Gegründet wurde Sachsenkam wahrscheinlich im Zuge der Ansiedlungsmaßnahmen Karls des Großen im 8./9. Jahrhundert. Der Name läßt auf sächsische Ansiedler oder dem Gründer des Ortes mit Namen "Sahso" schließen. Die frühere Zugehörigkeit zum Kloster Tegernsee beweist eine Urkunde von 1035, nach dieser Zeit gehört der Ort zum Besitz des Grafen Adalbero von Ebersberg. Den größten Teil ihres Grundbesitzes hatten die Herren von Sachsenkam vom Kloster Tegernsee zu Lehen erhalten, das nach dem Ungarneinfall seiner Ländereien verlustig 979 von Kaiser Otto in seinem Besitz wiederhergestellt worden war.
Der erste namentlich bekannte Sachsenkamer ist der zu Lebzeiten des Abtes Ellinger genannte Adalpero de Sahsincheim (1020-1066). Unter Abt Seyfried waren Sigibot, Reginbert und Bernhard von Sachsenkam Schirmvögte des Klosters Tegernsee. Adelbero de Sachsenheim mit dem Beinamen Prouliz ist zwischen 1140 und 1150 Ministeriale des Adalbero von Hohenburg. Im weiteren sind neben etlichen anderen noch einige Sachsenkamer des Namens Ingram als Ministerialen bezeugt, deren berühmtester, Ingram I., in der bayerischen Kaiserchronik als Held auftritt.
Im Jahr 1333 verkaufen Ingram IV. und seine Frau Mechthild ihr Landgericht Miesbach an das Kloster Weyarn. Das Wappen derer von Ingram, ist seit 1959 Gemeindewappen. 1432 beginnt mit Johann die Seitenlinie der Sachsenkamer von Speck. Als um 1479 mit Johanns Sohn Georg, der nur zwei Töchter hatte, das Geschlecht der Herren von Sachsenkam ausstirbt, kommt die Hofmark Sachsenkam an die Winzerer.
Die Herren von Sachsenkam besaßen auf einer Halbinsel am Eglsee, dessen Wasserspiegel einmal höhergestanden haben dürfte, vom 11. bis zum 15. Jahrhundert eine im wesentlichen aus Holz errichtete Burg, die wahrscheinlich während des Dreißigjährigen Krieges von den Schweden niedergebrannt und danach nicht wiederaufgebaut worden war. Der Hausname "beim Burggraber" erinnert noch heute daran, ebenso wie der noch vorhandene Brunnen der Burg. In alter Zeit, so weiß die Sage zu berichten, hätten auf der Burg zu Sachsenkam böse Herren regiert. Auch die drei Fräulein aus gräflichem Geschlecht, so will die Sage weiter wissen, sollen dort noch in der Heidenzeit eine Burg, einen Tempel und Häuser gehabt haben, die sie nach ihrem Tod den Dorfbewohnern vermachten. Ein richtiges Raubgesindel sei das gewesen, und überhaupt hätten die Leute dort recht lasterhaft gelebt. Deswegen sei der gesamte Ort im Kirchsee versunken. Manchmal, so heißt es, habe schon einer im See die Mauertrümmer und die Spitze vom "Kirchturm" gesehen. Bezüglich Tölz und Sachsenkam geht auch die Sage, daß die Tölzer Burg mit der von Sachsenkam durch einen unterirdischen Gang verbunden war.
Ende des 15. Jahrhunderts wird die Hofmark Sachsenkam vom Tölzer Pfleger Kaspar Winzerer erworben, der als der "Goldene Ritter" bekannt war, und in Sachsenkam begraben sein soll.
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Im Jahre 1561 erben die Pienzenauer deren Besitz, der dann als Heiratsgut noch vor 1589 an die Familie Guidobon wechselt, welche die Güter im Jahre 1621 dem Johann Christoph Freiherrn von Preysing überläßt, bei dessen Geschlecht sie bis 1828 bleiben.
1848, bei Aufhebung der Hofmark, ist das Dorf Eigentum derer von Sigritz.

Anna von Pinzenau, zu deren Heiratsgut der Ort 1589 gehörte, legte 1606 den Grundstein einer Lorettokapelle am Reutberg, die, da sie den Zustrom der Wallfahrer nicht mehr aufnehmen konnte, erweitert wurde. Die heutige Kirche und das Kloster Reutberg aber sind erst 1735 beendet worden.
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Das Kloster, das 1651 an die bayerische Franziskanerprovinz angegliedert wurde, führte seit 1668 eine berühmte Apotheke. Die Brauerei, die ebenfalls zu der Zeit eingerichtet wurde, wird heute als Brauereigenossenschaft weitergeführt. Die Landwirtschaft, die zum Kloster gehört, wird von den Nonnen selbst verrichtet. Die Schwestern unterrichteten von 1837 - 1958 auch Mädchen.